Die Spur des Geldes — was ein Schüler kostet, und warum freie Schulen den Staat entlasten

10.500 € gibt der Staat pro Kind und Jahr aus — Anwesenheit inklusive. Freie Schulen leisten dasselbe für rund 30 % weniger, bekommen aber weniger Geld, jahrelange Wartefristen und keinen Cent fürs Gebäude. Wir folgen dem Geld — ehrlich, mit Quellen.

Über Geld spricht man beim Thema Schule selten. Dabei ist es eines der ehrlichsten Argumente, die wir haben. Denn die Schulpflicht ist nicht nur eine Frage der Freiheit — sie ist auch eine Frage des Geldes. Und wer dem Geld folgt, findet am Ende keine sparsame Behörde, sondern das teuerste Pflicht-Monopol des Landes, das ausgerechnet seine günstigeren, freiwilligen Alternativen ausbremst.

Folgen wir dem Geld. Schritt für Schritt, mit Quellen, ohne zu übertreiben.

10.500 Euro pro Kind — Anwesenheit inklusive

Die öffentlichen Haushalte gaben 2024 im Schnitt 10.500 Euro pro Schülerin und Schüler an öffentlichen Schulen aus — das sind 700 Euro oder rund 7 % mehr als im Jahr davor, der stärkste Anstieg seit 2019. Zehn Jahre Schule, das sind über 100.000 Euro pro Kind. Für mehr als elf Millionen Kinder. Jedes Jahr.

Das ist kein Vorwurf gegen „zu viel Geld". Bildung darf etwas kosten. Der Punkt ist ein anderer: Wir bauen ein gigantisches, milliardenschweres System — und schicken Kinder mit staatlichem Zwang hinein. Pflicht ist die Anwesenheit, nicht das Lernen.

Wohin gehen diese 10.500 Euro? Die amtliche Statistik teilt es klar auf:

Wofür die 10.500 € pro Kind ausgegeben werden (2024) (€)Personal — Gehälter & Pensionen7.900Laufende Sachkosten1.500Investitionen — Bau & Ausstattung1.100

Drei Viertel sind Personal — 7.900 Euro pro Kind. Das ist der mit Abstand größte Posten, und genau hier sitzt der Unterschied zu allem, was billiger sein könnte: Der Staat beschäftigt seine Lehrkräfte überwiegend als verbeamtete Kräfte, mit lebenslanger Pensionszusage. Das ist keine Kritik an einzelnen Lehrerinnen und Lehrern — sie sind die guten Menschen in einem teuren System. Es ist eine Feststellung über die Struktur: Ein verbeamtetes Monopol ist von Natur aus teuer.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 082 vom 12.03.2026 — „10 500 Euro je Schülerin und Schüler an öffentlichen Schulen im Jahr 2024". Aufteilung: Personal 75 %, Sachkosten 14 %, Investitionen 11 %.

Was kostet ein Schüler — je nach Schulform?

Nicht jedes Kind kostet gleich viel. Eine Grundschule ist günstiger als ein Gymnasium, eine Gesamtschule teurer. Die Größenordnungen:

Ausgaben je Kind nach Schulform (Größenordnung) (€)Integrierte Gesamtschule12.500Gymnasium11.700Allgemeinbildend — Schnitt 202411.300Grundschule9.000

Berufliche Schulen liegen deutlich darunter, weil das duale System einen Teil der Ausbildung in die Betriebe verlagert. An allgemeinbildenden Schulen lag der Schnitt 2024 bei 11.300 Euro pro Kind.

Quelle: Destatis (Ausgaben je Schüler:in nach Schularten); die genauen Werte je Schulform schwanken nach Jahr und Land — hier als belegte Größenordnung, nicht als Komma-genaue Zahl.

Die zwei Säulen — und warum eine Schule ihr eigenes Budget kaum kennt

Hier wird es interessant. Eine Schule in Deutschland verwaltet ihr Geld nicht selbst. Die Finanzierung steht auf zwei Säulen, und keine davon liegt in der Hand der Schule:

Wer zahlt?Was?Sieht die Schule das Geld?
Das Landdie Gehälter (und Pensionen) der LehrkräfteNein — läuft komplett am Schulbudget vorbei
Die Kommune (Schulträger)Gebäude, Sanierung, Heizung, Strom, Reinigung, IT, Sekretariat, HausmeisterNein — die Kommune bestellt und bezahlt
Die Schule selbstKreide, Kopierpapier, kleine AnschaffungenJa — meist nur 10 bis 50 Euro pro Kind und Jahr

Von den über 10.000 Euro, die ein Schulplatz kostet, entscheidet die Schule also über einen winzigen Bruchteil. Das erklärt, warum selbst engagierte Schulen oft hilflos wirken: Das Geld ist da, aber es liegt woanders. Wer das System ändern will, muss wissen, wo die Hebel sitzen — und sie sitzen nicht im Lehrerzimmer.

Freie Schulen: dieselbe Leistung, rund 30 % günstiger — und trotzdem benachteiligt

Jetzt der Teil, der wirklich zum Nachdenken bringt. Freie Ersatzschulen — also private Schulen, die einen anerkannten Abschluss vergeben — leisten dieselbe Arbeit. Oft mit weniger Geld, weil sie Lehrkräfte meist nicht verbeamten, freier wirtschaften und das Gebäude selbst stemmen.

Der Staat refinanziert sie. Aber er tut es schlechter als seine eigenen Schulen — und das, obwohl das Grundgesetz die Privatschulfreiheit ausdrücklich schützt (Art. 7 Abs. 4 GG). Drei Benachteiligungen fallen auf:

Eine Größenordnung für den Staatszuschuss liegt grob bei 4.500 bis 8.000 Euro pro Kind — sehr unterschiedlich je Land. Belegte Beispiele:

Land / SchulformDeckung der Kosten durch den Staat
Sachsen, Grundschulebis ~99,5 % (Spitzenwert bundesweit)
Acht Bundesländer (einzelne Schulformen)sogar ≥ 110 %
Berlin (grob)rund 60 % der Kosten gedeckt
Thüringen, Gymnasium (Sek I)nur ~45 % (Schlusslicht bundesweit)

Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin (WZB), erste bundesweite Studie zur Privatschulfinanzierung (Helbig/Nikolai/Wrase, 2019) sowie die Schulgesetze der Länder. Wichtig und ehrlich: Das WZB kommt zu dem Schluss, dass die Finanzierung in den meisten Ländern für die meisten Schulformen auskömmlich ist (mind. 95 %). Die Spanne ist riesig — von 45 % bis über 110 %. „Freie Schulen bekommen pauschal nur 70 %" wäre also zu grob; richtig ist: Sie bekommen weniger als der Staat selbst ausgibt, sehr ungleich, plus Wartefrist, plus nichts fürs Gebäude.

Das Schulgeld — und der Vorwurf, den der Staat selbst erzeugt

Weil der Staat nicht voll refinanziert, brauchen freie Schulen einen Eigenanteil. Den zahlen die Eltern: meist 100 bis 600 Euro im Monat, fast immer nach Einkommen gestaffelt. Das müssen sie sogar — das Grundgesetz verbietet eine „Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern" (Sonderungsverbot, Art. 7 Abs. 4 GG). 30 % des Schulgelds sind steuerlich absetzbar, bis 5.000 Euro pro Kind und Jahr.

Und hier schließt sich ein bemerkenswerter Kreis: Genau das Schulgeld, das nur deshalb nötig ist, weil der Staat zu wenig zahlt, erzeugt dann den Verdacht, freie Schulen seien „etwas für Reiche". Der Staat schafft mit der Unterfinanzierung also das Problem, das er den freien Schulen anschließend vorwirft.

Rechnen wir es einmal durch — vereinfacht und ehrlich

Nehmen wir runde Zahlen, klar als vereinfachtes Modell gekennzeichnet:

Jetzt der ehrliche Teil — denn Lyyrn faket nicht: Diese 3.000 Euro sind nicht ein reiner Verwaltungs-Wasserkopf, den man einfach „einsparen" könnte. Sie stecken vor allem in drei Dingen:

  1. Beamtenstatus und Pensionslasten — der größte Posten. Verbeamtete Lehrkräfte sind über ihre gesamte Lebenszeit teurer als angestellte.
  2. Gebäude, Bau, Grundstücke — die der Staat seinen eigenen Schulen bezahlt, freien Schulen aber praktisch nie.
  3. Die Pflicht zur Vollaufnahme — staatliche Schulen müssen jedes Kind nehmen, auch wenn Inklusion und Integration im Einzelfall sehr teuer sind.

Anders gesagt: Die staatliche Schule ist nicht teurer, weil dort mehr gelernt wird. Sie ist teurer, weil das System so gebaut ist — verbeamtet, gebäudeschwer, zur Vollabdeckung verpflichtet.

Der Kernschluss: Freie Schulen subventionieren den Staat — nicht umgekehrt

Drehen wir die übliche Erzählung um. Man hört oft, freie Schulen „kosten den Staat Geld". Die Zahlen sagen das Gegenteil:

Was ein Kind den Staat kostet (Größenordnung) (€)Staatliche Schule10.000Freie Schule — Staatszuschuss7.000

Jedes Kind, das auf eine freie Schule wechselt, kostet den Staat rund 30 % weniger. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Schlechterstellung als verfassungskonform bestätigt: Der Staat schuldet freien Schulen nur das Existenzminimum, nicht die volle Gleichstellung. Heißt im Klartext: Der Gesetzgeber weiß, dass freie Schulen billiger sind — und macht sie bewusst billiger.

Rechnet man das hoch: In Deutschland besuchen rund eine Million Kinder eine Schule in freier Trägerschaft. Kämen sie alle ins staatliche System, kostete das den Staat mehrere Milliarden Euro mehr — jedes Jahr. Die freien Schulen entlasten also die öffentlichen Kassen. Sie sind kein Kostenfaktor, sondern eine stille Subvention an den Staat.

Wohin das Geld wirklich „verschwindet"

Wenn man fragt, wohin das Geld verschwindet, ist die ehrliche Antwort nicht „in die Bürokratie" und schon gar nicht „in die Lehrer". Es verschwindet in die Struktur eines Pflicht-Monopols:

Das Geld ist nicht „weg". Es ist gebunden — in einer Bauweise, die teuer ist, weil sie auf Zwang und Monopol setzt statt auf Freiheit und Wettbewerb der guten Ideen.

Die Lösung passt in drei Worte: Geld folgt Kind

Stell dir vor, das Geld gehörte dem Kind, nicht der Institution. Die Familie entscheidet, wo gelernt wird — staatliche Schule, freie Schule, Lerngruppe, Co-op, zu Hause — und das Bildungsbudget folgt dem Kind dorthin. Wer gute Bildung anbietet, bekommt Zulauf. Wer nicht, muss sich ändern.

Geld folgt Kind spart dem Staat Milliarden und befreit Kinder vom Zwang. Es ist kein Sparprogramm gegen Bildung — es ist mehr Bildung für weniger Zwang. Genau das ist unsere Mission: nicht weniger Geld fürs Lernen, sondern das Ende des teuren Zwangs, und die Freiheit, dorthin zu gehen, wo Lernen gelingt.

Die Karte unten zeigt, wie ungleich der Staat heute schon je Land ausgibt — schalte zwischen Euro, Kindern und der Schwere der Befreiung um:

Was der Staat je Land ausgibt — und wie schwer die Befreiung ist
ℹ️ Was zeigt diese Karte?

Worum es uns geht

Geld lügt nicht. Und die Zahlen stehen auf der Seite der Freiheit: Das freiwillige, vielfältige System ist nicht teurer — es ist billiger und besser. Der Zwang ist der teure Sonderweg. Lass uns ihn beenden.

Quellen

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