Verzeichnis der Kultusministerien — der 16-fache Apparat

Deutschland leistet sich für die Schulbildung 16 Landesministerien plus die Kultusministerkonferenz. Ein Überblick über den föderalen Bildungsapparat.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das bedeutet: Für die Verwaltung des Schulzwangs unterhält die Republik 16 eigene Ministerien plus eine Dachorganisation, die Kultusministerkonferenz (KMK), die versucht, die 16 untereinander zu koordinieren. Ein Apparat, der einen erheblichen Teil der rund 90 Milliarden Euro jährlicher Schulausgaben mitverwaltet.

Stand der offiziellen Bezeichnungen: 2026. Ressortnamen und amtierende Ministerinnen und Minister ändern sich nach Wahlen und Umbildungen — die jeweils aktuellen Namen stehen auf den offiziellen Seiten und beim Sekretariat der KMK. Lyyrn pflegt diese Liste laufend; melde Änderungen über Schreib mir.

Die 16 Landesministerien

BundeslandZuständiges Ministerium (offizielle Bezeichnung)
Baden-WürttembergMinisterium für Kultus, Jugend und Sport
BayernBayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
BerlinSenatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
BrandenburgMinisterium für Bildung, Jugend und Sport
BremenDie Senatorin für Kinder und Bildung
HamburgBehörde für Schule und Berufsbildung
HessenHessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen
Mecklenburg-VorpommernMinisterium für Bildung und Kindertagesförderung
NiedersachsenNiedersächsisches Kultusministerium
Nordrhein-WestfalenMinisterium für Schule und Bildung
Rheinland-PfalzMinisterium für Bildung
SaarlandMinisterium für Bildung und Kultur
SachsenSächsisches Staatsministerium für Kultus
Sachsen-AnhaltMinisterium für Bildung
Schleswig-HolsteinMinisterium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur
ThüringenMinisterium für Bildung, Jugend und Sport

Die Koordinierungsebene

Kultusministerkonferenz (KMK) — offiziell „Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland". Sie soll die 16 Ländersysteme abstimmen: Lehrpläne, Abschlüsse, gegenseitige Anerkennung. Ihr Sekretariat sitzt in Berlin und Bonn. Daneben gibt es auf Bundesebene das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) — das für Schulen aber kaum direkt zuständig ist.

Warum diese Seite existiert

Lyyrns Aufgabe ist nicht, einzelne Beamtinnen oder Minister anzugreifen — die meisten Menschen in diesem Apparat sind engagiert und meinen es gut. Die Aufgabe ist, den Apparat sichtbar zu machen: Wer trägt politische Verantwortung für ein System, in dem zehn Millionen Kinder ohne freie Wahl sind? Verantwortung beginnt mit Namen und Adressen. Dieses Verzeichnis hält sie fest — sachlich, öffentlich, aktuell.

Diese Ministerien sind zugleich die Adressaten der Reform: Hier werden die Landesschulgesetze gemacht, die den Anwesenheitszwang festschreiben. Und hier könnte er auch fallen.

Quellen

Weiter in der Bibliothek

Die Geschichte der Schulpflicht — wie aus Lernen Zwang wurde
Das deutsche Bildungssystem in Zahlen
Wo Bildung frei ist — die Landkarte der Lernfreiheit
Alpha School — zwei Stunden lernen, der Rest ist Leben